Besteht bei Zertifikaten ein "Emittentenrisiko"?

Zertifikate

Jeder der im Herbst 2008 von der Insolvenz der Lehman Brother Bank betroffen war, weil er bestimmte Papiere des Unternehmens gekauft hatte, wird heute wissen, dass auch Zertifikate ein Emittentenrisiko besitzen. Die Anleger, die damals ihr Kapital in Zertifikate des Emittenten Lehman Brothers investiert hatten, haben ihr Geld größtenteils aufgrund der Insolvenz von Lehman Brothers verloren. Das Emittentenrisiko ist bei den Zertifikaten also in hohem Maße vorhanden, was sich aus der Tatsache heraus erklärt, dass der Anleger mit Erwerb der Zertifikate, bei denen es sich rechtlich betrachtet um Schuldverschreibungen handelt, zum Gläubiger wird und das Unternehmen zum Schuldner. Vom Grundsatz her ist es also kein Unterschied, ob man dem Emittenten der Zertifikate einen Kredit gibt, also direkt Geld leiht, oder eben die Zertifikate kauft. In beiden Fällen hat man einer Forderung gegen den Emittenten, die bei Zahlungsunfähigkeit in der Regel nicht mehr beglichen werden kann, zumal viele andere Gläubiger dann vorrangige Rechte haben und der Anleger hier fast immer an "letzter Stelle" steht. Nicht zu verwechseln ist bei den Zertifikaten das Emittentenrisiko übrigens mit dem normalen Anlagerisiko. Es sind also zwei völlig unterschiedliche Dinge, ob man in ein Zertifikat investiert, was durch seine Ausstattung einige Risiken beinhalten (zum Beispiel bei Knock-Out Zertifikaten), oder eben das allgemeine Emittentenrisiko aufweist, welches jedes Zertifikat besitzt. Wie hoch das Emittentenrisiko ist, hängt von der Bonität des Emittenten ab. Diese kann man sich unter anderem insoweit ansehen, als dass die so genannten Rating Agenturen verschiedenen Emittenten von Wertpapieren hinsichtlich ihrer Bonität bewerten. Dabei ist "AAA" (Triple A) zum Beispiel die beste Bonität und "D" steht beispielsweise für eine sehr schlechte Bonität. Irrtümlicherweise taucht immer wieder mal die Aussage auf, dass Zertifikate in den Rahmen der gesetzlichen oder privaten Einlagensicherung fallen. Dieses ist vollkommen falsch! Im Gegensatz zu den Spareinlagen, Tagesgeldern, Termingeldern und Sichteinlagen fallen Zertifikate nicht in den Bereich der Einlagensicherung und sind daher in dieser Hinsicht (Emittentenrisiko) in keinster Weise geschützt.

Alle wichtigen Zertifikatearten im Überblick:

Garantiezertifikate  Index-Zertifikate  Discountzertifikate   Bonuszertifikate   Hebelzertifikate  Sprintzertifikat


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